Reisen, das meist als Flucht vor dem eigenen Ich angesehen wird, ist meiner Meinung nach genau das Gegenteil. Es gibt nichts, das so sehr die Konzentration fördert oder das Gedächtnis anregt wie eine unbekannte Landschaft oder eine fremde Kultur, und es ist schlicht unmöglich, sich (wie romantische Seelen immer meinen) an einem exotischen Ort selbst zu verlieren. Viel wahrscheinlicher ist eine Erfahrung von tiefer Vergangenheitssehnsucht, die geistige Rückkehr in ein früheres Lebensstadium oder die Einsicht in einen schwerwiegenden Fehler. Allerdings geschieht das nie bis zu dem Grad, dass man die exotische Gegenwart nicht mehr wahrnimmt. Was das Ganze lebendig und manchmal aufregend macht, ist die Verschränkung von Gegenwart und Vergangenheit [...]
(aus: Paul Theroux, Die glücklichen Inseln Ozeaniens)
Travelling is hard work.
(ein Mitreisender)
Der Sinn ist einfach zu sein.
(ein Mitmensch)
Theoretisch sind wir alle entschlossen, das Leben zu genießen, aber die Praxis ist schwierig.
(gesehen in Potsdam, 12.08.2014)